Beschwerden in der Schwangerschaft

Typische Beschwerden in der Schwangerschaft

Die Beschwerden in der Schwangerschaft können bei  jeder Frau unterschiedlich sein. Einige merken nur geringe Veränderungen, die wenig negativen Einfluss auf die Schwangere  haben, andere hingegen leiden während der gesamten Schwangerschaft  unter starken  Ausprägungen der Beschwerden.  Häufig können schon einfache Maßnahmen dazu beitragen, das Wohlbefinden während der Schwangerschaft positiv zu beeinflussen. Zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft zählen:

Beschwerden in der Schwangerschaft – Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind leider häufige Erscheinungen in der frühen Schwangerschaft.  Für viele Frauen ist das sehr belastend und kräftezehrend, und führt in manchen Fällen sogar zum Gewichtsverlust. Oft tritt die Übelkeit am Morgen auf, kann aber auch während des Tages unerwartet vorkommen. Es wird vermutet, dass die hohe Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongontropin) dafür verantwortlich ist, die nach 12 Wochen wieder abfällt. Ab diesem Zeitpunkt  verschwindet die Übelkeit normalerweise langsam wieder.

Es mag nicht sehr hilfreich sein, jedoch ist die Übelkeit ein Zeichen dafür, dass die Schwangerschaft ihren normalen Verlauf nimmt und der Körper sich mit der neuen Situation anfreundet.

Was kann helfen?

Auch wenn man es nicht immer schafft, die Übelkeit ganz zu verhindern, so gibt es doch einige Tricks um es erträglicher zu machen. Wichtig ist, eine ausgewogene Ernährung und vor allem häufigere kleine Mahlzeiten. Diese halten den Blutzuckerspiegel oben, was der Übelkeit entgegenwirkt. Gerade am frühen Morgen sollten auch die Frühstücksmuffel unter Ihnen versuchen, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Meiden Sie Übelkeit auslösende Gerüche und Lebensmittel, die ihnen im Moment nicht zusagen. Aus Erfahrungen weiß man, dass Ingwer ein gutes Hausmittel ist um der Übelkeit entgegen zu wirken, z.B.  in Form von Tee.

Bei anhaltenden, extremen  Erbrechen halten sie besser Rücksprache mit ihrem Arzt, um sich und ihr Kind zu schützen. Es kann schnell zu einem bedenklichen Wasserverlust und deutlicher Gewichtsabnahme führen.

Beschwerden in der Schwangerschaft – Schwindelgefühle

beschwerden-der-schwangerschaftVor allem zu Beginn der Schwangerschaft taucht eine typische Beschwerde auf- Schwindelgefühle. Ursachen für den plötzlichen Schwindel ist häufig das plötzliche Absacken des Blutdrucks, verursacht durch z.B. zu schnelles Aufstehen. Lassen sie es also vor allem morgens ruhig etwas langsamer angehen und nehmen sie sich ein paar Minuten bis der Kreislauf langsam in Schwung kommt. Wer sich gerne bewegt und weiterhin Sport macht, hilft dem Körper mit einem zusätzlichen Energieschub, dem Schwindel entgegenzuwirken.

Hier gilt auch der Tipp- achten sie auf ihren Blutzuckerspiegel. Sackt dieser sehr schnell ab, kann das ebenfalls zu Schwindelgefühlen führen. Wenn sich Unwohlsein einstellt, hilft ein kleiner Obstsnack um sie wieder auf die Beine zu kriegen. Ausreichend Flüssigkeit ist mindestens genauso wichtig, denn auch Flüssigkeitsmangel kann Schwindelattacken hervorrufen.

Machen sie sich nicht unnötige Sorgen, in der Regel ist Schwindel eine völlig normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft.

Beschwerden in der Schwangerschaft – Bähungen und Völlegefühl

Viele Frauen in der Schwangerschaft können ein Lied davon singen- einen harten aufgetriebenen Unterleib, man fühlt sich aufgebläht und einfach unwohl. Die Hormone sind wie immer an allem schuld- Progesteron wird gerade zu Beginn der Schwangerschaft vermehrt produziert und sorgt im Körper für mehr Muskelentspannung. Ein lästiger Nebeneffekt ist dabei, dass sich auch im Darm Entspannung breit macht und er träge wird.

Die aufgenommene Nahrung verbleibt länger im Verdauungstrakt und entwickelt Gase. Dieser Vorgang ist nicht gefährlich aber häufig unangenehm und belastend.

Lässt die Produktion von Progesteron endlich nach, sind es nun nicht mehr die Hormone die den Verdauungstrakt belasten, sondern die zunehmende Größe des Babys. Es drückt mit seinem Gewicht auf Magen und Darm. Darum sind diese typischen Symptome oft Begleiter während der ganzen Schwangerschaft.

Was ist hilfreich?

Um die Verdauung in Schwung zu bringen hilft vor allem das bewährte Hausmittel Bewegung. Bauen sie Verdauungsspaziergänge in ihren Alltag ein oder treiben sie Sport soweit wie es ihnen möglich ist. Ausreichend Flüssigkeit fördert ebenfalls die Verdauung, allerdings würde ich hier auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten, da diese einen Blähbauch eher fördern. Empfehlenswert sind z.B. Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel.

Essen sie langsam und kauen sie gut, so ist die Mahlzeit leichter zu verdauen wenn sie unten ankommt. Tun sie sich den Gefallen und verzichten sie darauf, sich in knappe Jeans zu quetschen und tragen sie lockere Kleidung, das engt den empfindlichen Bauch nicht so ein und vermindert den Druck. 

Beschwerden in der Schwangerschaft – Brustschmerzen

Empfindliche oder sogar schmerzende Brüste können ein erstes Indiz für eine Schwangerschaft sein. Viele Frauen empfinden in der Zeit Berührungen der Brust als unangenehm. Was verändert sich nun in der Brust? Der Körper bereitet sich auf die Geburt des Kindes vor und die Brüste spielen bei der anschließenden Ernährung des Kindes eine enorm wichtige Rolle. Schon zu Anfang werden die Brüste größer, das Brustgewebe wächst, und die Brustwarzen verändern sich. Die Natur hat es schlau eingerichtet, denn das größer werden der Brustwarzen und die dunklere Färbung der Vorhöfe, mach es dem  Neugeborenen einfacher, die Brustwarze beim Trinken schneller zu finden.  Die Brüste vergrößern sich weiter während der gesamten Schwangerschaft. Keine Panik, auch das ist völlig normal.

Wie kann ich es den Brüsten angenehmer machen?

Ein gut sitzender, aber nicht zu enger BH hilft oft schon, das Bindegewebe zu stützen. Die Bauchlage wird in vielen Fällen in der Zeit der Überempfindlichkeit gemieden, da der Druck auf die Brust sehr unangenehm sein kann. Sprechen sie mit ihrem Partner offen darüber, welche Berührungen angenehm sind und auf welche man in der Zeit lieber verzichtet. Hilfreich ist es, die Brüste täglich mit Öl vorsichtig zu massieren um die Haut geschmeidig zu halten und dem Spannungsgefühl etwas entgegenzuwirken.

Kleiner Tipp für die Stillzeit: Lassen sie viel Luft an ihre Brustwarzen. Bestreichen sie die Brustwarzen regelmäßig mit etwas Muttermilch, das wirkt antibakteriell und fördert die Wundheilung!

Wassereinlagerungen

Mit dieser typischen Beschwerde in der Schwangerschaft haben leider viele Frauen zu kämpfen. Geschwollene Gelenke, dicke Finger, schwere Beine und drückende Schuhe. Diese Symptome treten vermehrt im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und sind in der Regel harmlos- wenn auch nicht schön. Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, warum der Körper vermehrt Wasser einlagert. Auch hier kann es mit dem veränderten Hormonhaushalt zusammenhängen.

Letztendlich stellt sich uns auch eher die Frage, was können wir dagegen tun?

Ein ganz einfacher Rat-  legen sie ab und zu die Beine hoch und gönnen sie sich kleine Auszeiten. Enge Schuhe sind nicht empfehlenswert, besser sind flache und bequeme Schuhe, im Sommer sogar Sandalen oder Flip Flops. Wenn sie zu Krampfadern und Besenreißern neigen, helfen wechselwarme Duschen und Kompressionsstrümpfe. Für die modebewussten unter uns- diese gibt es mittlerweile auch in ansprechenden Varianten zu kaufen. Sie halten gerade beim langen sitzen oder stehen die Schwellungen in Grenzen.

Hier gilt ebenfalls, körperliche Ertüchtigung hält das Herz-Kreislaufsystem in Gang und fördert eine gesunde Durchblutung. Vor allem Schwimmen hat gleich mehrere Vorteile: Der Wasserdruck wirkt entstauend und Schwimmbewegungen sind förderlich für die Muskulatur am ganzen Körper ohne die Gelenke zu belasten.

Wein wichtiger Hinweis: Lassen sie die Finger von Entwässerungstabletten oder Entwässerungskuren. Der Wasserentzug kann sich negativ auf ihr Kreislaufsystem auswirken und wirkt eher weniger beim Entwässern des Gewebes!

Schlaflosigkeit

Die Gründe für Schlafprobleme können sehr vielseitig sein. Sie treten vor allem im ersten  und im letzten Trimester auf. Obwohl man tagsüber oft von Müdigkeit geplagt ist, kann man abends keine Ruhe finden und kommt schlecht in den Schlaf. Auch hier kann die Hormonumstellung eine Ursache sein, wie man es ebenfalls von den Wechseljahren kennt. Vermehrter Harndrang stören die Nachtruhe oder unser Kind hat beschlossen gerade nachts eine kleine Strampeleinlage zu geben. Am Ende der Schwangerschaft ist es immer schwerer eine angenehme Schlafposition zu finden, da der runde Bauch oft im Weg ist.

Was kann helfen?

Hier helfen sogenannte Stillkissen, die durch ihre Form die Schlafposition unterstützen können. Auf der linken Seite ist es manchmal leichter zu liegen, da die Position die große Hohlvene entlastet und einen verbesserten Rückfluss des Blutes aus der unteren Körperhälfte zum Herzen gewährleistet.

Ausgedehnte Spaziergänge können helfen, ebenso wie autogenes Training und Entspannungsübungen. Ein Magnesiumbad am Abend kann wesentlich zu einer guten Nachtruhe beitragen, mehr Informationen hierzu gibt es im Internet oder in der Apotheke.

Es gibt wohl leider kein Patentrezept bei Schlaflosigkeit, am besten versucht man verschiedene Methoden aus und findet raus, welche einem am meisten zusagt. Manch einem hat auch schon eine warme Tasse Tee und ein gutes Buch geholfen …

Beschwerden hin oder her, wer am Ende das kleine Glück in seinen Armen hält, wird die  Strapazen während der Schwangerschaft im Nu vergessen haben.

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